Beinachsen­fehlstellung

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Liebe Patientinnen und Patienten,

Mein Name ist M. G. (21 Jahre) und ich hatte das Glück, über mehrere Jahre hinweg von Professor Dr. Lobenhoffer und Herrn Kley behandelt zu werden. In einem Zeitraum von über drei Jahren (2010-2013) führten sie insgesamt fünf Operationen durch, in denen die Fehlstellung beider Beinachsen sowie des linken Sprunggelenkes korrigiert und störendes Knochenmaterial am rechten Oberarm entfernt wurde. Heute lebe ich zwar mit zahlreichen großen Narben, von denen die längste 20 cm misst, aber dieser kleine Wermutstropfen stört kaum und wird um ein Vielfaches von der gestiegenen Lebensqualität aufgewogen. Um ein besseres Verständnis meiner Geschichte zu ermöglichen, möchte ich am Anfang beginnen.

Ich bin von der erblich bedingten Exostosenkrankheit betroffen. Sie zeigt sich in Form von gutartigen Knochentumoren, die sich besonders oft in Gelenknähe finden. In meinem, wie in vielen anderen Fällen, führte die genetische Erkrankung zu Achsenfehlstellungen beider Beine und des linken Sprunggelenkes, einer Beinlängendifferenz von 2 cm und funktionellen Einschränkungen im Bewegungsapparat. Erste Symptome wurden in der Kindheit sichtbar, ab dem Alter der Pubertät bildeten sich immer neue Exostosen und die Beine wichen im Wachstum immer mehr von ihrer natürlichen Achse ab. Das linke Bein wurde zu einem massiven X-Bein, das rechte zu einem O-Bein. Das Sprunggelenk hingegen war schon schief, seit ich denken kann. Wer mich so laufen sah, konnte ein durchaus groteskes Gangbild wahrnehmen.

Im Alltag brachte die Krankheit durchaus zahlreiche Beeinträchtigungen und Probleme mit sich, die nicht nur physischer Natur waren. Mir war es unmöglich, Sportarten wie Skateboarden oder im Winter Abfahrtski fahren zu machen, vor meinen Klassenkameraden wollte ich mich stets verstecken und hatte große Ängste, wegen der Deformierungen meines Skeletts verspottet oder als minderwertig gesehen zu werden. Dieses Versteckspiel war eine heftige psychische Belastung. Später stellte sich heraus, dass meine Sorgen doch ziemlich umsonst gewesen waren und mein Umfeld mich auch mit meiner Krankheit wertgeschätzt hat.

Wegen des schiefen Sprunggelenks haben meine Eltern mit mir schon früh in der Kindheit viele Ärzte aufgesucht, um zu beraten, ob eine frühe operative Korrektur möglich bzw. sinnvoll wäre. Immer lautete die Antwort „Ja, das ist durchaus möglich“, aber meine Eltern waren nicht überzeugt von den Vorschlägen der Ärzte. Schließlich kamen wir zu einem Kinderorthopäden in Stuttgart, welcher eindringlich von einer so frühen OP abriet. Der Eingriff sei sehr riskant und könnte eine dauerhafte Schädigung des Gelenkes nach sich ziehen, und außerdem könne die korrigierte Fehlstellung während des Wachstums jederzeit neu entstehen. Beide Sorgen waren unbedingt berechtigt und ich kann nur sagen: was für ein Glück, dass meine Eltern sich nicht zu schnell auf das Ur- teil der Ärzte verlassen haben, sondern ihrem eigenen Gefühl vertraut und weitere Ärzte aufgesucht haben. Jahre später wurde von meinem lokalen Orthopäden eindringlich die Notwendigkeit der Beinachsenkorrektur betont, und er empfahl mir diesbezüglich mit go:h Kontakt aufzunehmen. Nach Vorstellung in der Sprechstunde von Prof. Lobenhoffer wurde der erste OP-Termin festgelegt.

Direkt am Tag nach meinem 18. Geburtstag fuhr ich nach Hannover in das DRK- Krankenhaus Clementinenhaus, wo ich auch als Kassenpatient von den Ärzten behandelt werden konnte. Am Tag darauf wurde in der ersten OP die Fehlstellung des rechten Beins behoben. Vor dem Eingriff habe ich mir Sorgen da-über gemacht, dass ich danach erst einmal nicht laufen kann und sicherlich auch darüber, was alles schief gehen könnte. Aber Prof. Lobenhoffer hatte mir den OP-Verlauf in der Sprechstunde geschildert, und da das alles sehr überzeugend klang und deutliche Besserung versprach, war ich recht guten Mutes. Vor allem wollte ich unbedingt endlich gerade Beine haben, das war das Wichtigste.

Die Osteotomie, in welcher der Oberschenkel knapp über dem Knie angeschnitten wurde, erwies sich jedoch als etwas schwieriger als gedacht. Von vielen Exostosen übersät, war der Durchmesser des Oberschenkelknochens größer als normal, wodurch die OP-Werkzeuge an ihre Grenzen stießen. Nach etwa fünf Stunden war der Eingriff, bei dem ein großer Knochenkeil entfernt werden musste, vorbei. Als ich erwachte, ging es mir übel. Ich musste lange Zeit erbrechen und war mit meinen Kräften total am Ende. In der folgenden Nacht wurde ich von unerträglichen Schmerzen gequält, denn der Schmerzkatheter, welcher das gesamte Bein hätte betäuben können, war direkt nach der OP wieder entfernt worden. So konnte die Schmerztherapie nur durch Infusionen und Tabletten erfolgen, und diese wirkten unzureichend. In der Nacht und am nächsten Tag war ich so fix und fertig, dass ich immer wieder in Tränen ausbrach und nur noch nach Hause wollte – sofort. Zum Glück kam ich am folgenden Morgen noch einmal in den OP-Saal, wo ein neuer Schmerzkatheder gelegt wurde, und ab da besserte sich meine Situation deutlich. Von Tag zu Tag ging es mir besser, am dritten Tag nach der OP konnte ich zum ersten Mal das Bett mit dem Rollstuhl verlassen. Und dann kam der magische Moment: Nach schätzungsweise drei Tagen wurde der dicke Verband zum ersten Mal entfernt und ich konnte das Ergebnis der OP selbst sehen. Ich empfand ein unbeschreibliches Gefühl. Einerseits traf mich der Schreck über den Oberschenkel, der sich im Um- fang sicherlich verdoppelt haben musste, und andererseits durchflutete mich eine überwältigende Welle von Glück über das kerzengerade Bein. „Jetzt habe ich es geschafft und es kann nichts mehr passieren!“, dachte ich glücklich.

Im Krankenhaus wurde ich von überaus netten Schwestern sowie Physiotherapeuten, die täglich zur Krankengymnastik und Lymphmassage kamen, betreut. Auch Prof. Lobenhoffer oder ein anderer Arzt kam jeden Tag zur Visite, erkundigte sich nach meinem Wohlergehen und besah die Wunde. Über die Betreuung kann ich mich tatsächlich nur mit lobenden Worten äußern, ohne dabei zu übertreiben. Nach zehn Tagen konnte ich das Krankenhaus mit Krücken verlassen. Die nächsten fünf Wochen ging ich an Krücken mit einer Teilbelastung von zunächst etwa 15 kg, später steigerte ich die Belastung. Während dieser Zeit und darüber hinaus besuchte ich regelmäßig die Physiotherapie und wurde dort weiter behandelt.

Damit nun kein falsches Bild entsteht, muss ich dringend erwähnen, dass es nur nach der ersten Operation zu den beschriebenen Komplikationen und Schmerzen kam. In der Folge aller weiteren OPs ging es mir danach immer gut. Ich erwachte aus der Narkose ohne schlimme Schmerzen und Übelkeit, der Schmerzkatheter blieb nach der Osteotomie von linkem Bein und Sprunggelenk noch für ein oder zwei Tage liegen und betäubte mein Bein komplett wie gewünscht, und das Bett konnte ich jeweils sogar schon am ersten oder zweiten Tag nach dem Eingriff verlassen.

Die weiteren Operationen waren die Entfernung der fast tennisballgroßen Exostose am Oberarm und der Titanplatten, welche zur Fixierung der durchtrennten Knochen nach den Osteotomien angeschraubt worden waren. Sie verliefen sozusagen routinemäßig und komplikationslos. Dabei ist anzumerken, dass weder die Entfernung der Exostose am rechten Oberarm, die fast in der Achselhöhle gelegen und damit von vielen wichtigen Nerven überspannt war, noch die Korrektur des Sprunggelenkes alltäglich waren – im Gegenteil. Gerade für die Sprunggelenksoperation hat Herr Kley eine komplett neue Methode entwerfen müssen. Die Fehlstellung war so schwierig, dass eine normale Osteotomie das Problem nicht behoben hätte. Also fing Herr Kley an, zu berechnen und zu modellieren. Am Modell testete er, wie er Schienbein und Wadenknochen knapp oberhalb des Gelenkes mit einem domförmigen Schnitt (wie die Form einer halben Kugel) durchtrennen könnte. Durch das so vorübergehend geschaffene „Kugelgelenk“ konnte er den Fuß, welcher über 30° nach außen weggedreht war, in die richtige Stellung drehen oder kugeln und an- schließend fixieren. Nach intensiver „Bastelei“ und Planung führte er die Schnitte gemeinsam mit Prof. Lobenhoffer durch. Das Ergebnis war derartig verblüffend für mich, dass es von meinen kühnsten Träumen übertroffen wurde. Sprunggelenk und Körper passten sich sehr schnell an die neue und jetzt richtige Achse an. Während ich vor der OP nach längerem Stehen oder Wanderungen Schmerzen im Sprunggelenk hatte, war dieses Problem nun komplett gestrichen. Es hieß: Wandern, Fußball spielen und tanzen wie ein normaler Mensch. Einfach großartig, was Herr Kley und Prof. Lobenhoffer da geleistet haben. Und das Beste ist, dass sie es mit großer Freude getan haben und ihre Freude über das Ergebnis wohl fast so groß war wie meine eigene.

heuteIch hatte es ja bereits angedeutet: Meine Lebensqualität ist heute eine ganz andere geworden, weil mir Dinge wie Wandern und Sport machen sehr wichtig sind. Jetzt kann ich all das ohne Probleme machen. Bekannte und Verwandte waren fast zu Tränen gerührt von dem Anblick der „neuen Beine“, die Dankbarkeit war von allen Seiten sehr groß. Die Exostosen sind natürlich immer noch da, und manchmal stören sie auch ein wenig, aber die größten und am meisten störenden sind entfernt, so dass ich damit sehr gut leben kann. Man kann von keinem Arzt erwarten, das er einen Menschen wie wie aus dem Anatomie-Lehrbuch operiert, aber das, was die Ärzte von go:h mit ihrer Arbeit machen, geht für mein Empfinden schon in diese Richtung. Exakte Planung, Präzision, Gründlichkeit und auf die Ermöglichung des schnellen Wiedergebrauchs der Gliedmaßen bedacht – so würde ich die Arbeit der Ärzte beschreiben. 

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