Osteotomie am Kniegelenk

Was ist eine Osteotomie?

Der Ausdruck Osteotomie kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Knochenschnitt“. Osteotomien werden nicht nur am Kniegelenk, sondern auch an anderen Stellen des Körpers vorgenommen, z.B. am Kiefer oder an der Hüfte. Ziel einer Osteotomie ist es, Fehlstellungen des Knochens zu korrigieren. Am Kniegelenk werden Osteotomien vor allem eingesetzt, um die Belastung des Gelenks zu normalisieren und Schmerzen und Verschleiß durch einseitige Überlastung zu vermeiden.

Wer ist betroffen?

Die Osteotomie am Kniegelenk wird vor allem bei Menschen mit Beinachsenfehlstellungen, also X- oder O-Beinen, angewendet. Diese Patienten entwickeln i.d.R. eine einseitige Arthrose im Kniegelenk, welche durch die Überlastung bei Verbiegung der langen Röhrenknochen bedingt ist. Es können zusätzlich auch Schäden am Meniskus und am Knorpel vorliegen. Mit der Korrektur der ungeraden Beinachse wird den Patienten geholfen, weitere Gelenkschäden durch Fehlbelastung zu vermeiden.

Wer kommt für den Eingriff in Frage?

Patienten mit einer Achsenverbiegung an Ober- oder Unterschenkel und Belastungsschmerzen im Kniegelenk. Osteotomien werden meist in der Altersgruppe von 16 bis 70 Jahren durchgeführt, wobei das absolute Alter nicht entscheidend ist. Das Verfahren kann auch bei fortgeschrittener Arthrose angewendet werden. Übergewicht und Osteoporose sind keine Ausschlusskriterien!

Warum wird keine Teil- oder Voll-Knie-TEP implantiert?

Ein Erhalt des Kniegelenks ist prinzipiell einem Ersatz oder Teilersatz vorzuziehen, da die natürliche Funktion des Kniegelenks bewahrt werden kann und die Risiken des Eingriffs am geringsten sind. Da im Gelenk selbst keine Veränderung vorgenommen wird und kein Fremdmaterial implantiert werden muss, bleiben alle Voraussetzungen für die Zukunft erhalten.

Wie läuft die Operation ab?

Zunächst erfolgt eine genaue Diagnostik mit klinischer Untersuchung und Röntgenanalyse. Mit dem von uns entwickelten Computerprogramm können Art und Ausmaß der Fehlstellung analysiert werden. Anhand der Messungen kann dann die optimale Korrektur definiert werden. Das Ergebnis wird am Bildschirm simuliert, die Knochenschnitte werden exakt vorgeplant. Wir verwenden öffnende und schließende Osteotomien, wobei je nach Diagnose ein Einschnitt in den Oberschenkeloder Schienbeinknochen gemacht wird, ohne den Knochen komplett zu durchtrennen. Nun wird entweder ein Keil entnommen (schließende Osteotomie) oder der Spalt wird schrittweise vorsichtig aufgebogen (öffnende Osteotomie), bis die gewünschte Korrektur erreicht ist. Dann wird eine der speziell von uns entwickelten Platten (Tomofix-Implantate) mittels Schrauben fixiert. Der Eingriff ist nicht belastend und benötigt nur einen kleinen Hautschnitt.

Was passiert nach der Operation?

Die Patienten können am ersten Tag nach dem Eingriff aufstehen. Nach ein bis zwei Tagen ist meist ein schmerzfreies Gehen an Stützen möglich. Die Vollbelastung ohne Gehstützen kann häufig bereits nach 4 bis 6 Wochen erreicht werden. Stärkere körperliche Aktivitäten und beinbelastende Sportarten sind im Allgemeinen nach 6 Monaten möglich.

Was kann nach der Operation erwartet werden?

Eine Nachuntersuchung von 533 Patienten, die mit dem Tomofix-Verfahren operiert wurden, zeigte nach 3 bis 5 Jahren sehr günstige Funktionsergebnisse (besser als mit Teilprothese oder Vollprothese). Eine Zusammenfassung der weltweit publizierten Ergebnisse ergibt, dass 70 bis 84% der Patienten mindestens 10 Jahre von dem Eingriff profi tierten und keine weitere Operation benötigen.

Patienteninformations-Flyer

Hier können Sie einen Blick in unseren Patienteninformations-Flyer zur Thema "Osteotomie" werfen

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