Kreuzband

Das Kniegelenk besitzt zwei Kreuzbänder. Die jeweils 8-10mm dicken Bänder verlaufen im inneren des Kniegelenks und kreuzen sich in der Kreuzbandgrube. Die Kreuzbänder stabilisieren das Kniegelenk und sorgen für eine kontinuierliche Führung auch unter starken Belastungen. Das hintere Kreuzband verhindert das Ausweichen des Unterschenkels nach hinten, das vordere Kreuzband genau umgekehrt.

Symptome

Unterschiedliche Symptome lassen auf einen Kreuzbandriss schließen: Beim Abreißen hören Patienten einen „Schnalzer“.

  • Instabilität des Kniegelenks in Form von „blitzartiges Auslassen und wieder Zurückspringen“
  • Innerhalb der ersten Stunden tritt ein Erguss im Kniegelenk auf; es kann zu einem Kniegelenkserguss kommen
  • Patienten verspüren eine Gangunsicherheit und schmerzhafte Bewegungseinschränkungen

Diagnose

Zur Diagnostik einer Ruptur des vorderen Kreuzbandes wird der Lachmann Test gemeinsam mit dem vorderen Schubladentest durchgeführt. Am liegenden Patienten wird versucht, das leicht gebeugte Knie gegenüber dem Oberschenkel nach vorne zu bewegen. Das vordere Kreuzband ist mit ziemlicher Sicherheit beschädigt, wenn das Verschieben von mehr als 0,5cm möglich ist. Außerdem wird der Schubladentest durchgeführt. Der Unterschenkel des Patienten wird gegen den Oberschenkel verschoben. Ist die Verschiebung in die jeweilige Richtung um mehr als 0,5cm möglich, liegt eine Verletzung vor. Bei positiver Verschiebung nach vorne liegt eine Schädigung des vorderen Kreuzbandes vor. Bei hinterer Schublade liegt eine Ruptur des hinteren Kreuzbandes vor. Neben einem Röntgenbild, welches Aufschluss über eine gleichzeitig vorliegende knöcherne Verletzung geben kann, wird in der Diagnosephase meist auch eine Magnetresonanzuntersuchung durchgeführt. Die Schichtaufnahmen zeigen den Verlauf der Kreuzbänder. Bei einer Ruptur sind die Faserverläufe nicht durchgängig und die Lokalisation des Ausrisses wird dargestellt. Im Zuge einer operativen Diagnostik wird mit Hilfe der Arthroskopie das Gelenk direkt untersucht. Im Anschluss an die Untersuchung des betroffenen Gelenks kann der Chirurg im Rahmen der Arthroskopie Operationen mit speziellen Instrumenten durchführen. Diese Technik bezeichnet man als minimal-invasive Chirurgie (MIC). Der Vorteil der minimal-invasiven Chirurgie ist die geringere Belastung für den Organismus, da nur mittels kleiner Schnitte operiert wird. Des Weiteren sind die schnellere Heilungszeit und die geringeren Schmerzen von großem Vorteil.

Therapie

Die akute Therapie des vorderen Kreuzbandes ist unter der PECH Regel bekannt:

PAUSE Sofort mit dem Sport aufhören und das betroffene Körperteil ruhig stellen.
EIS Durch Kälteanwendungen werden Blutungen und Schwellungen vermindert. Wichtig, die Eispackung nie direkt auf die Haut legen – immer mit einem Tuch abdecken.
COMPRESSION Ein Kompressionsverband wirkt der Entstehung der Schwellung entgegen.
HOCHLAGERUNG Durch Hochlagern wird die Blutzufuhr verringert und die Flüssigkeit, welche aus den Blutgefäßen in das umliegende Gewebe austreten kann, wird schneller abtransportiert.

Die anschließende Therapieentscheidung (konservativ (=ohne Operation) oder operativ) ist ganz wesentlich von Art und Umfang der zukünftig auftretenden Belastung abhängig. Viele Sportarten verlangen eine intakte Kniestabilität für die gefahrlose Ausübung, so dass der operative Einsatz des vorderen Kreuzbandes notwendig ist (Fußball, Skifahren). Einige Sportarten sind weniger kniebelastend und fast gefahrlos zu betreiben (Schwimmen, Radfahren).

Letztlich ist auch das Ausmaß der Instabilität des Gelenkes von Bedeutung. Fehlen die gelenkstabilisierenden Faktoren, können schmerzhafte Langzeitschäden der Gelenksstrukturen auftreten. Abnutzungserscheinungen bis hin zu äußerst schmerzhaftem Wegkippen (Subluxationen) sind möglich. Durch die Operation können die Stabilität des Gelenkes im hohen Maße wiederhergestellt und schmerzhafte Folgeerscheinungen verhindert werden.

Das optimale Therapieverfahren (Operation oder konservative Behandlung) wird von Arzt und Patienten gemeinsam festgelegt.

Die Operation des Kreuzbandes erfolgt nach Abschwellung (ca. 3 Wochen nach dem Unfall) oder gleich unmittelbar nach der Verletzung. Weiterhin wird auf die Bewegungsweite des Gelenks geachtet, und auch die Funktion des Oberschenkelmuskels wird berücksichtigt, bevor der Operationstermin fixiert wird.

Die operative Therapie gliedert sich in drei Schritte:

1. Kreuzbänder werden untersucht und der Befund bestätigt
2. Menisci und Knorpel werden befundet
3. Schäden an o.g. Strukturen werden therapiert

In den häufigsten Fällen wird das gerissene Band in Form eines natürlichen Sehnenersatzes ersetzt. Der Sehnenersatz von ca. 5cm Länge wird entweder von der Kniebeuger-Sehne (M. Semitendinosus), oder von einem Drittel der Sehne der Kniescheibe (ligamentum patellae) gewonnen.

Vorteile der einzelnen Ersatzsehnen:

  • Semitendinosus: relativ unproblematische Entnahme, kaum Irritation des Streckapparates
  • Patellarsehne: sehr starke Sehne, rasche Einheilung in die Knochenkanäle, jahrzehntelange, dokumentierte Erfahrungsreihen

 

Zur Fixierung der Ersatzsehen werden Knochenkanäle gebohrt. In der Verlängerung des natürlichen Verlaufs des Kreuzbandes werden im Oberschenkelknochen und Unterschenkelknochen Kanäle gebohrt. Die Ersatzsehne wird eingezogen und fixiert. Zum Abschluss werden alle eröffneten Gewebsstellen verschlossen und vernäht.

Rehabilitation

Die Frühphase der Rehabilitation ist geprägt von physiotherapeutischen Behandlungen. In diese Zeit fällt auch die Wundheilung. Während der 4. bis 6. Woche nach der Operation setzt neben der physikalischen verstärkt die medizinische Trainingstherapie ein.

Der Schwerpunkt in der 6. bis 12. Woche liegt in der neuromuskulären Stabilisierung des Gelenks. Während dieser Zeit kommt es zu einer verstärkten Einlagerung von Wasser im Implantat. Dies hat eine geringe Stabilität zur Folge und bedingt eine besondere Beachtung physiologischer und biomechanischer Bedingungen.

In der 12. bis 16. Woche kann mit Sprungübungen unter Vollbelastung begonnen werden, wenn der Patient sein Gelenk ausreichend gut stabilisieren kann. Danach kann wieder sportartspezifisch trainiert werden.

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